Historie

Die Ursprünge

Die Technische Universität Clausthal hat sich über die Bergschule (ab 1811) und die Bergakademie (ab 1864) aus an der Clausthaler Lateinschule 1775 eingerichteten besonderen Aufbaukursen für Bergleute entwickelt.

Wie wichtig die Unterweisung in bedeutenden Grundlagenfächern, der Mathematik wie der Mechanik, seit eh und je genommen wurde, darauf deuten bereits 1725 die Äußerungen von Pastor H. Calvör, Rektor der Lateinschule, eindeutig hin:

"Nach meinem geringen und wenigen Ermessen würde der ... abgezielete Zweck noch eher zu erhalten stehen, wenn insbesondere eine mathematische Schule aufgerichtet würde, darin die fähigsten und aufgewecktesten Köpfe von denen, die Berg- und Zimmerleute werden wollen, in der Jugend einige Stunden in der Woche ... in den Gründen der Geometrie, Trigonometrie, Static und Mechanic, auch der Aerostatic, Hydrostatic und Hydraulic, als Wissenschaften, da die Physic und Gesetze der Natur von der Mathesi appliciret werden, bei welchen allen die Arithmetic zum Voraus gesetzet wird, unterrichtet würden ..."

So haben denn auch in der "Frühzeit" der Schule u.a. malerisch anmutende Gestalten wie ein Pastor, ein Eisenhüttenregistrator, ein Marktscheidegehilfe, ein Hüttenschreiber, ein Baugehilfe ... in diesen beiden Fächern gewirkt.

Später, zur Zeit der Vereinigten Bergakademie und Bergschule - die Aufspaltung der Bergschule in zwei "Klassen" war erfolgt, und man war erstmals zu hauptamtlichen Lehrkräften übergegangen - lag lange Zeit die Mechanik mit der (Berg-)Maschinenlehre (bzw. Maschinenbaukunst) und der Physik in der Hand eines Lehrenden, zuletzt für 43 (dreiundvierzig!) Jahre unter Prof. Oskar Hoppe, bis 1911 bei dessen Ausscheiden mit 71 Jahren die Mechanik mit vom Vertreter der Mathematik, Prof. Rothe, übernommen wurde.

Die damit eingeleitete - für eine Technische Hochschule als glücklich zu bezeichnende - Personalunion sollte bis 1961 andauern.
Nach Rothe folgten Mohrmann und v. Sanden, hierauf ab 1922 König, der das Institut für Mathematik und Mechanik zunächst bis 1939 leitete.
In der Kriegs- und frühen Nachkriegszeit wurden Vertretungen durch fachfremde Kollegen improvisiert (Geophysiker Jung, Markscheider Rellensmann), bis 1948 Prof. Mettler das Amt übernahm. Abgelöst wurde er 1953 wieder von Prof. König.

Entwicklung in neuerer Zeit

Die Personalunion von "Mathematik" und "Mechanik" (seit 1911) endete 1961 mit der Emeritierung von Prof. König.
König hatte sich unter anderem verdient gemacht, indem unter seinem Rektorat (1922-1931) die Skihütte der Bergakademie am Brocken entstanden war. Seinen Neigungen als Ballistiker und Sportsmann entsprechend, konstruierte er neben der Olympiaschanze in Garmisch-Partenkirchen auch die Harzer Sprungschanzen in Altenau und Braunlage.

 

1962:

Institut und Lehrstuhl für "Technische Mechanik" werden errichtet und mit der Berufung von Prof. Manfred Schäfer begint ein neues Kapitel.
Das Institut ist im vorherigen Institut für Markscheidekunde untergebracht (ehemaliges Diakonissenstift).
Schäfer befasste sich mit zahlreichen Themen der angewandten Mechanik; Fragestellungen aus seinem 'angestammten' Gebiet, der Gasdynamik, waren räumliche instationäre Gasströmungen, nichtlineare eindimensionale Akustik und die Druckwirkung von Detonationswellen auf Gebäude. Des weiteren stammt von ihm eine verfeinerte Biegetheorie elastischer Platten.

1971:

Der Privatdozent Dr. Dietrich Behr wird "Wissenschaftlicher Rat und Professor", 1978 erfolgt die Überleitung zum Professor gem. neuem NHG.
Seine Arbeitsgebiete sind: nichtlineare Schwingungen und Rotordynamik, Maschinenüberwachung und Wälzlagerdiagnostik, Softcomputing.
Die experimentelle Ausrichtung des Institutes beginnt - neben der breiten theoretischen - zu wachsen.

1974:

Der Privatdozent Dr. Bernhard Zimmermann wird "Außerplanmäßiger Professor"; 1978 erfolgt seine Ernennung zum Professor gem. neuem NHG.
Seine Arbeitsgebiete waren von seiner bergmännischen Herkunft geprägt; eine Auswahl von Themen:
Dimensionierung von Grubenausbauten, Böschungsberechnung, Rissbildung beim Stranggiessen, Fliessverhalten von Schüttgütern, Statik von Koksöfen.

1981:

Prof. Michael Jischa wird als Nachfolger von Prof. Manfred Schäfer berufen, nachdem dieser als Emeritus über ein Jahr lang das Institut kommissarisch geleitet hat.
Jischas Arbeitsgebiete sind die Grenzschichttheorie, turbulente Strömungen, turbulenter Wärme- und Stoffaustausch und die Mehrphasenströmungen.

1984:

Es werden weitere Räume im Hauptgebäude bezogen. Insbesondere kommen außer Büroräume - entsprechend der weiter gewachsenen experimentellen Ausrichtung des Instituts - drei Labore hinzu: Schwingungstechnik, Strömungstechnik sowie Festigkeitsanalyse und Werkstoffmechanik.
Inzwischen ist die Institution des "Ordinarius" durch Hochschulgesetz abgeschafft worden; das Institut wird durch ein Dreierkollegium ("Vorstand") geleitet, aus dem -für jeweils zwei Jahre - ein "Geschäftsführender Leiter" gewählt wird.

1991:

Prof. Jischa entwickelt neue Vorlesungen zum Themenkreis "Gesellschaft und Technik" und richtet das Forschungsgebiet "Technikbewertung" in Clausthal ein.

1993:

Der Privatdozent Dr. Werner Hufenbach wird "Außerplanmäßiger Professor".
Er arbeitet vorwiegend auf dem Gebiet der Werkstoffmechanik, wobei faserverstärkte Verbundstoffe einen beträchtlichen Raum einnehmen.
Ebenfalls 1993 nimmt er einen Ruf an die TU Dresden am Institut für Leichtbau und Kunststofftechnik an.

2000:

Prof. Bernhard Zimmermann geht in den Ruhestand.

2002:

Prof. Dietrich Behr geht in den Ruhestand. Prof. Jischa wird emeritiert.
Im Rahmen von Neuberufungen wird das Institut umstrukturiert: es verfügt künftig nur noch über zwei Professuren, die Professur für Festkörpermechanik und die Professur für Strömungsmechanik.

2003:

Prof. Gunther Brenner wird auf die Professur für Strömungsmechanik berufen und erhält die Leitung des Instituts.

2005:

Nachdem der bisherige Akademische Oberrat und Vertreter der Professur für Festkörpermechanik, Privatdozent Dr.-Ing. Jens Strackeljan, einem Ruf an die Universität Magdeburg folgt, wird das Fachgebiet der Festkörpermechanik von Frau Jun. Prof. Sabine Langer aus Braunschweig vertreten.
Zeitgleich wird das Gebäude in der Graupenstrasse 3 aufgegeben, und neue Räume im Nordflügel des Hauptgebäudes der Universität werden bezogen. Durch die Modernisierung der Büroräume und der Übernahme der Werkstatt, die bis dato zum Institut für Mineralogie gehörte, verfügt das Institut nun wieder über eine gute räumliche und technische Ausstattung.

2008:

Nach längerer Vakanz der Professur für Festköpermechanik, nimmt Prof. Stefan Hartmann den Ruf an die TU Clausthal an. Seine Forschungsschwerpunkte liegen im Gebiet der experimentellen Untersuchung von Werkstoffen, der Materialmodellierung und Materialparameteridentifikation. Darüber hinaus liegt ein besondere Vertiefung im Forschungsgebiet Computational Mechanics.
 

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